Flurstück, 2025
Installation in der Galerie treppe b, Unité d’Habitation Modell Berlin von Le Corbusier
Die Ausstellung greift die scheinbar endlosen Flure des Hauses auf, die Le Corbusier selbst als „Straßen“ bezeichnete. Das Haus verstand er als vertikale Stadt. Mittels einer trompe-l’œil-artigen Collage wird der kleine Galerieraum erweitert und zu so einem „endlosen" Flur. Farbige Papiere und Tapes sind jedoch großzügig und skizzenhaft montiert, so dass nach dem ersten festen Bildeindruck zu Beginn das Material immer präsenter und objekthafter wird und das Bild sich auflöst. Bewegt man sich innerhalt der illusionistischen Arbeit, wird man von Schwindel erfasst - die widersprüchlichen Informationen von Bild und Material, Tiefenillusion und Wandgrenze, irritieren das vegetative System auf seiner Suche nach Orientierung.
Die Ausstellung fragt nach der Idee des „Nicht-Orts“, wie ihn der Anthropologe Marc Augé beschrieb: Räume ohne Identität, geprägt von Funktionalität. Die Flure der Unité d’Habitation sind neutral gehalten, private Vorlieben bleiben verborgen hinter den Wohnungstüren. Dennoch entwickeln sich Nachbarschaften. Regenschirme, eine „Straßen“katze und „Straßen“feste zeugen gelegentlich von den Bewohnern. Das Haus ist ein Touristenmagnet. Die Flure sind öffentlicher Raum.